Alpaufzug
Alpaufzug
Zu einem richtigen Alpsommer gehört der Alpaufzug. Da wir auf der Alp das Vieh von zwei Höfen von zwei Brüdern sömmern, gab es zwei Alpaufzüge. Am 3. Juni den vom Heiri ab Schwanden/GL und am 4. Juni dem vom Martin ab Ennetbergen/GL.
Das wichtigste ist, dass die Viecher nicht zu heiss haben, damit sie nicht zusammenbrechen wenn es um dem Mittag warm werden sollte. Darum geht man früh am Morgen los. Das Ziel war um 9°°h auf der Alp zu sein. Von Heiri sind es 13 Kilometer, von Martin 22. Also gingen wir beim Heiri um 05°°h los. Er musste vorher noch melken, die Glocken anziehen. Sein Arbeitstag fing um 02°°an.
Beim Martin sind wir um 0315h losgelaufen, wir sind hier auf der Alp um 0130h abgefahren um pünktlich bei Martin zu sein. Alles eigentlich viel zu früh und zwei Tage nacheinander ein solcher Effort ging dann bei mir an die Substanz.
Alpaufzug Heiri
Wir sind von der Alp nach Schwanden gefahren. Mit dem Auto geht es locker runter, man fährt direkt ins Dorf. Der Hof von Heiri ist gleich an der Strasse. Die Stimmung war freudig angespannt. Ein paar Buben hatten ihren Schul-Jokertag für den Alpaufzug eingelöst. Die anderen waren Bauernkollegen und die Familie. Irgendwann erschallte der Glarner Viehruf: „Joo-ho-ho-hooo“ (die Glarner Sprache und Begriffe möchte ich euch dann in einer separaten Rubrik näher bringen) und dann ging`s los. Die Kühe wussten was kommt, gingen los und sofort erschallte ein infernalisch lautes Glockengeläut. 30 Kühe mit diesen Treicheln machen einen Lärm, der einzigartig ist und den man kilometerweit hören kann. Eindrücklich. Diese Treicheln sind so Treicheln wie man die sich vorstellt. Mit breiten Ledergurten und Messingschnallen wo draufsteht: „ Zur Konfirmation“, „ zum 16ten Geburtstag“ oder „zur Hochzeit“. Diese Treicheln haben einen einzigen Zweck: Die Kühe zu schmücken beim Alpaufzug und dann wohl auch bei Alpabzug.
Wir stapften also los, ich sollte irgendwie schauen, dass das Vieh in die richtige Richtung geht. Aber die Viecher gingen einfach los. Ohne Zweifel kannten die den Weg. Wir hintennach, so kam es mir vor. Zuerst durch das Dorf Haslen, wo die Herde eine nicht zu übersehende Spur hinterliess. Dann sind wir in die Strasse zur Alp eingebogen.
Unter lautem Glockengeläut gingen wir die Alpstrasse hinauf und nahmen langsam den Gangrhythmus der Tiere an. Sie gaben den Takt an wir wackelten mit. Wenn man die Strecke hoch fährt, kommt sie einem sehr lange vor. Doch mit den Kühen, die wir antreiben müssen, schauen das die nicht ausbüxen und weiter antreiben, ist der Weg zur Alp recht kurzweilig. Oben angekommen ziehen wir den Kühen die schweren Treicheln aus, das wars! 09°°h voll im Zeitplan. Die Kühe sind auf der Weide, die Leute vom Lärm und dem Viehtreiberstress plem-plem und um 17°°h wird das erste Mal auf der Alp gemolken.
Alpaufzug Martin
Eigentlich das gleiche. Nur viel früher. Mit Taschenlampe. Die Taschenlampen braucht man nicht für den Weg zu beleuchten oder irgendwelche Autofahrer zu blenden, nein. Die Taschenlampe braucht man, dass man sieht ob die Kuh die vor dir läuft, gerade scheisst. Damit man zur Seite springen kann. Klappt nicht immer. Oben angekommen waren alle, wirklich alle total fertig. Aber es war alles in allem recht eindrücklich. Vor allem wieder der Lärm dieser Treicheln. Zwischendurch glaubte ich in diesem Lärm irgendwelche Stimmen zu hören. Weil der Lärm der Glocken, ihre Dissonanz, und das unrhythmische Anschlagen der Klöppel eine Suppe an Schwingungen erzeug, die das Hirn irgendwann nicht mehr einordnen kann. Voll psycho! Hilft aber die Müdigkeit zu vergessen und durchzuhalten. Auch da waren wir irgendwann oben, ich völlig fertig.
Stimmung
Es lag eine gewisse Festlichtkeit über den Alpfahrten, eine Art Hochamt im Bauernjahr. Alle freuten sich, dass es los ging auf die Alp. Für die zwei Landwirte war es, glaubte ich heraus zu spüren, ein sehr wichtiger, ein Fixpunkt im Jahresablauf. Freunde und Bekannte waren zugegen und liefen mit oder hatten sonst wie was mit organisiert. Wir waren von Beginn weg mit Bier versorgt, an jeder Biegung des Weges konnten wir uns an Esswaren und sonstigen Getränken laben und das Tannbergrestaurant hatte eine Harasse Bier rausgestellt.
Oben angekommen, fiel allen die Anspannung ab und wir feierten uns selber ein wenig und stiessen auf einen unfallfreien und schönen Alpsommer an.
Hier ein paar Impressionen:




Ein Treiber, der das mit der Taschenlampe nicht ganz gecheckt hatte.
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