Kühe
Kühe
Ich möchte in dieser Rubrik in loser Folge die Kühe portraitieren, welche auf der Alp sömmern.
Nun mag der eine oder andere diese Tier herzig finden, sie sind jedoch alles andere als Haus- oder Kuscheltiere. Zum ersten sind sie Nutztiere, welche in der langen Geschichte der Koexistenz zwischen Mensch und Kuh, es dem Menschen erlaubt haben, z.B. den Alpenraum überhaupt zu besiedeln. Da sie Gras verwerten können, erlaubten sie dem Menschen an Orten wo kein Ackerbau möglich ist, sich mit Fleisch, Milch und Käse zu versorgen; sprich, was zu futtern zu haben. Sie sind wandelde Bio-Reaktoren, eine unglaubliche Art Tier. Produzieren jeden Tag Milch mit Eiweiss, Fett und Zucker und das oftmals in enormen Mengen.
Sie sind Herdentiere, wenn ein paar auf die Weide laufen, laufen die anderen hinterher. Und sie haben eine ausgeprägte hierarchische Sozialstruktur. Es gibt die Leitkühe und dann in der Rangordnung absteigend hat jede Kuh seinen Platz in der Rangordnung. Hier im Stall sind die Kühe genau so, nach ihren Rang eingestallt. Die Stärksten zuvorderst und die Schwächsten zuhinterst. Der Umgang untereinander ist, ich möchte es mal so formulieren, rustikal. Da wird handfest ausgeteilt, wenn mal eine rangniedere Kuh nicht auf die Seite geht oder pariert. Auch habe ich das Gefühl, dass die Kuh als Tier ein sehr hohes Agressionspotenzial hat. Hat ihr als Stammform „Auerochse“ wohl das Überleben gesichert.
Hier im Stall, auf der Weide und im Umgang mit uns Menschen ist jede Kuh individuell. Beim melken hat man ja einen sehr intimen Kontakt zur Kuh, da ja in der Natur nur das eigene Kälbchen an die Zitzen darf. Das ist dann schon irgendwie surreal, ihr die Milch mit modernster Technik abzupumpen. Hier zeigen sich die Kühe sehr intim im Verhalten.
Ich werde Euch die Kühe nach meinem ganz eigenen subjektiven Erleben vorstellen. Alle kann ich wohl nicht beschreiben, werde aber versuchen, möglichst viele vorzustellen.
Brüni:

Für mich die schönste Kuh im Stall. Dunkelschwarz-braun-weisse Schönheit, das Weiss mit einer wunderbaren Flammenform auf dem Rücken und sehr symetrische Hörner. Hat leider einen Schönheitsfehler: Ihr Schwanz hat einen nicht so schönen Knick, sie hatte als Kalb einen Unfall. Eine andere Kuh ist ihr auf den Schwanz getreten. Zum melken ist sie eher zäh. Bis sie die Milch runtergibt, braucht es einige Geduld und Tricks.
Blüemli:

Hier mit ihrem Kalb “Beyli”.
Wilma:

Wilma mit dem neugeborenen Kälbchen Fritzli. Hier auf dem Foto ist es etwa 5 Minuten alt. Wird sofort saubergeleckt und dann versucht es aufzustehen. Die “Kleinen” sind erstaunlich gross und man fragt sich, wie die in der Kuh Platz haben. Die kommen mit den Vorderläufen voran auf die Welt, dann kommt der Kopf. Bei dem muss man schauen, das der Schleim nicht die Nasenlöcher verstopft, damit das Kleine atmen kann. Dann ist der Schultergürtel noch ein wenig breiter, wenn der durch ist, fällt das Kalb fast wie aus der Kuh.
Wilma ist eine gute Mutter.
Fiona:

Total unkomplizierte und pflegeleichte Kuh. Immer anständig, folgsam, sauber, leicht zu melken und total verschmust. Mein Schätzchen.
Nathalie:

Unglaublich massige Kuh, mit riesigem Kopf. Sie ist recht intelligent, lässt sich aber manchmal ein wenig aus dem Konzept bringen wenn sie nicht ganz sicher ist, was sie machen soll. Sie überlegt zuviel. Ich brauche zum Beispiel beim Raustreiben aus dem Stall nur schnell mit dem Steckli zu winken, dann steht sie auf. Macht sonst keine. Ihr Nachteil ist, sie hat keine Hörner. Sie kann sich nicht so in Szene setzen wie die behornten Kühe. Aber sie wird fast nie herungestossen wie die anderen hornlosen Kühe, einfach weil sie so massig ist. Sie hatte leider einen Unfall am Euter. Es gehen nur noch drei Zitzen. Die vierte ist wie stillgelegt, funktioniert nicht mehr. Sie gibt aber trotzdem ordentlich Milch. Im Umgang ist sie so der Kumpeltyp.
Ester:

Ist Golda der Pitbullterrier, so ist Ester der Sumoringer. Hat einn tiefbraunes, fast schwarzes Fell, die Hörner dick und sehr geschwungen. Eine sehr tiefe Kuh, beim melken liegt das Melkgeschirr fast am Boden. Ist eine der Leitkühe und gibt jeder angebundenen Kuh, beim in den Stall reinlaufen, mit den Hörnern noch einen Knuff ins Arsch mit. Sehr selbstbewusst, lässt sich drausen kaum berühren. Alma Mater.
Anastasia und Kira

Anastasia und Kira, das unzertrennliche Duo. Kira hat ein wunderbar glänzend dunkelbraunes Fell mit einen Schwalbenbauch. Sie ist eine sehr hochhackige, schlanke Kuh. Ihre Zitzen gehören mit zu den am besten geeigneten fürs Maschinenmelken: Sie haben genau die richtige Länge und Form. Beim ansetzen des Melkgeschirrs, hört man fast kein Falschluftgeräusch. Anastasia ist eine eher kleine Kuh mit einer ähnlichen Fellfarbe wie Kira, nur ohne weissen Bauch. Sie hat Hörner, die seitlich abstehen. Wenn sie ihr Kopf schnell dreht, hab ich die in meinen Kronjuwelen. Ich habe daher sehr grosssen Respekt vor diesen Hörnern. Zusammen machen sie was sie wollen, chaoten im Stall und sind auf der Weide sehr schwer einzutreiben: Die Anarchisten.
Tea:

Tea ist eine völlig normale Kuh, mit schön gebogenen Hörnern. Sie ist manchmal ein wenig abweisend, eigenbrötlerisch. Läuft an mir vorbei in den Stall, wie eine Pflichtübung. Zum melken ist sie denoch recht einfach. Das grosse Problem bei ihr ist, wenn die Bremsen und Fliegen auf der Weide sind. Dann kann man sie kaum mehr berühren, geschweige das Melkgeschirr anlegen. Das tritt sie bestimmt zwei-dreimal herunter. Dann dreht sie durch, auch nur bei einer Fliege, wirft den Kopf hin und her und tobt.
Golda:

Golda hat mit die grössten Zitzen im Stall. Ich hatte am Anfang Mühe, sie richtig anzurüsten. Mittlerweile geht es super. Wir haben ein professionelles Verhältnis miteinander. Ich melke sie, sie gibt Milch, sonst haben wir nicht viele Schnittpunkte.
Sie ist eine kompakte, muskulöse Kuh, der Pitbullterrier hier in Stall. Eine der Leitkühe und sehr dominant.
Sie träumt immer noch von einer Karriere als Kampfkuh, hat aber die falsche Rasse, jedoch ein wunderschönes kupferfarbenes Fell.
Annabell:

Annabell ist eine fast reinweisse, hochbeinige elegante Kuh. Im Melkverhalten völlig problemlos. Jedoch ist sie eine kleine Prinzessin, eine Primaballerina, ab und zu zickig. Sie fühlt sich zu Höherem bestimmt.
Lotti:

Lotti ist eine kleine rundliche sympatische Kuh. Sie wackelt in den Stall, kaut genüsslich, gibt ordentlich Milch. Völlig unkomplizierte Kuh. Hat aber den Hang zum leichten Chaotismus. Ist manchmal ein wenig verpeilt, weiss nicht genau was abgeht, aber sie bringt es auf eine recht gute Weise rüber. Ist sicher eine Sympathieträgerin in der Herde.
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