Monatsbuch: April 2019
Abschied und ankommen
Am Freitag hatte ich eine traumatische Wohnungsabnahme. Ich hatte ja noch nie so eine richtige Wohnungsabnahme. Das erste Mal in der WG bin ich ausgezogen, die nächste Behausung wurde abgerissen nachdem ich ausgezogen war, die Folgende brannte ab, dann war ich wieder in einer WG und wurde da rausgeschmissen aber nur weil es den Platz für den Nachwuchs brauchte. Sie ist mittlerweile Theaterpädagogin. Und das nächste Domizil wurde dann wieder abgerissen. Ich war gespannt. Unter dem Motto: „ Schlampiges Putzgenie, trifft auf unter dem Bett weisse Tüchlein durchschiessende Wohnungsabnehmde“ gingen wir die Wohnungsübergabe an. Fazit: Wir konnten am Ende des langen Tages, den es dann geworden war, uns nicht mehr ausstehen und haben fast gezännt (für Bernsprechende; hei fascht grännet). Nun, ich hatte vorab eine Besprechung mit Nachtessen organisiert, wo sie mir sagen sollte, wie sauber ich putzen muss. Ich wollte sie da eigentlich nur anbaggern, sie nahm das Thema ernst.
Nach letztem Freitag bin ich geheilt!
Es ist ein ganz herziges Päärchen in meine, ähh, nun nicht mehr meine Wohnung an der St.Urbanstrasse 31 gezügelt. Deborah und Mechu. Die haben den ganzen Tag gezügelt, ich daneben geputzt. Ey Mann, ohne die zwei hätte ich das am Freitag nie durchgehalten. Ihr könnt die zwei besuchen und ein bisschen schauen wie es jetzt in der Wohnung aussieht, wenn ihr so tut als ob ihr mich besuchen wollt, so tut als wüsstet ihr nicht, dass ich nun in Solothurn wohne.
Ja Leute, ich wohne nun in Solothurn! Voll so halbinoffiziell. Dies nun schon einen Monat! Mann die Zeit läuft. Und dann habe ich mir dieses Campingleben zu himmelblau vorgestellt. Jawoll, ich bin auf dem Camping! Ich wohne seit dem 1. April hier. TCS-Camping wohlgemerkt. Super sauber, immer alles geputzt und gestriegelt, angenehme Leute. Also, nochmal himmelblau, aber dieses Wetter. Die erste Woche war unter Null! In der zweiten Woche hatte es geschneit, um Ostern schönes Wetter, da war ich in Frankreich, danach war es kalt und nun wird es noch kälter. Das Campingleben habe ich mir definitiv wärmer und kuschliger vorgestellt. Ich habe mir in der Zwischenzeit einen hartnäckigen Hexenschuss eingefangen, es ist einfach zu kalt, voll blöd.
Die Leute hier
Das kleine Wohnwagen-Dörfchen, in das ich schon fast integriert bin, ist schon recht speziell. Vorne die Michelle. Sie hat ja eine Gluten-Intoleranz. Letzten Freitag war ich an den Solothurner Biertagen, habe da ein Gluten-freies Bier für Sie gekauft, (Habe das bei einem Typ gekauft, der plöffte, ein Äthiopier zu sein, obwohl er ein astreines Züritütsch sprach, ohne diese blöden englischen sprachverhunzenden Begriffe, die die Zürcher so gerne brauchen und doch nicht tschecken, ich konnte, glaube ich, ein Winti-Deutsch raushören, voll der Züri!), er hat ein Bier aus Teff gebraut, eine äthiopische Hirseart. Ich wusste es aber erst, als ich Michelle ein Bier angeboten habe, dass sie eine Gluten-Intoleranz hat. Dann konnte ich dieses äthiopische Bier zücken. Bringt Punkte! Sie hatte aber am nächsten Tag gleichwohl so ein wenig, ähhhh, Darmschmerzen. Aber sie hat ihre neue Würzmischung als eventuelle glutentische Spielverderberin ins Spiel gebracht. Nach der Begutachtung der Etikette wusste ich: Jäää?
Item.
Hinter mir, Richtung Osten hat ein Stuttgarter sein Wohnwagen aufgestellt. Er ist abwechslungsweise mit dem gelben Porsche 911 GTR 2 Turbo oder mit dem schwarzen Porsche Boxter GT hier. Wenn er da ist. Der Wohnwagen sieht auf alle Fälle schon mal sehr nobel aus. Bin dann mal auf den Weinkeller gespannt.
Richtung Norden sind die Sandra und die Andrea einquartiert. Die Sandra hat ein Mann, der zuhause wohnt, sie wohnt hier, wenn es schön ist. Sie sei eine „Zigeunerin“, sie sei im Sommer nicht zuhause einzusperren und ihre zwei Töchter machen es ihr nach, sind in verschiedenen Behausungen hier auf dem Camping untergebracht. Die Andrea ist nebenan, hat einfach nur einen Wohnwagen so wie ich, ist aber auch fast nie hier. Halt Scheisswetter.
Vis-à-vis wohnt, wenn es schönes Wetter ist, so ab 20° C, Andi. Er hat zwei ganz reizende Chihuahua-Damen, die mir gegenüber ihr Revier ganz resolut verteidigen. Na klar, wenn der Meister so ein halb-Meter-hoher-pseudo-Elektrozaun um sein Wohnwagen gespannt hat, würde ich mir als sein Hund auch zuerst das Revier abstecken. Er hat zwar in Aussicht gestellt, wenn es mal zum Bräteln kommt und ich einen Knochen förig hätte und ich die zwei Hundedamen damit bestechen würde, dann würden sie mir sonst wie aus der Hand fressen und alles wäre dann in Butter. Ich kann noch nicht so richtig dran glauben.
Domin/ik/ic/ique ist vorne an der Ecke. Er nennt sich ein Ämmitauiänner. Geboren im Simmental, aufgewachsen im Emmental, Eltern Italiener, Garagist, Vater, Dauercamper. Ist voll Ok.
Und da ist noch Shorty in der Altstadt. Er ist wirklich klein. Ihn sehe ich immer wieder im Ausgang. Er ist so ein HC-Sänger. Habe ihn bei meinem ersten Ausgang getroffen und nun immer wieder. So Typ Gaillego, ja eigentlich müsste er „El Curto“ heissen. Ich habe ihm den Vorschlag gemacht, bei mir vorbeizuschauen und dann machen wir seine HC-Musik. Ich mit dem verzerrten Bass und er mit Gesang. Er ist noch nicht darauf eingestiegen.
Das Leben und das musst Du gesehen haben hier in Solothurn
Ja, eigentlich die Hauptbeschäftigung hier auf dem Camping ist Abwaschen. Immer sauberes Geschirr ist ganz wichtig. Dann brauchen die hygienischen Tätigkeiten auch viel Aufmerksamkeit, weil der Toilettenkomplex ist nicht gleich hinter der nächsten Tür. Nur schon das hin- und herlaufen braucht Zeit. In der restlichen Zeit koche ich, bastle am Wohnwagen herum oder schreibe Texte.
Dann war ich auch schon in der Stadt, im Kofmehl, an den Biertagen und in der Brauerei Öufi. Hat hier in Solothurn ja alles mit der Zahl 11 zu tun.
Dann war am letzten Samstag noch der Solothurner Kulturtag. Das Konzept ist, dass man alle Stunde an einen neuen Veranstaltungsort gejagt wird. Wenn man sich nicht auskennt in der Stadt, ist das voll Stress. So habe ich an diesem Abend vor allem die Stadt kennengelernt.
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Das alte Kapuzinerkloster: Voll geil gelegen, mit Beiz
und Umschwung, mit historischer Substanz. Wow!
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Dann der Turm beim Bielertor, war zwar immer schon
voll, wenn ich angestanden bin, sieht aber so wichtig richtig und einzigartig
aus. Unique.
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Die Kulturgarage, ein Keller in einer Garage, wie der
Name schon sagt. Underground at it best.
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Die Solheure, eine alte Scheune an der Aare, mit
Gastrobetrieb eingebaut. Place to be.
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Die Altstadt als solches super herzig.
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Das alte Spital, an der Aare mit verschiedenen
Konzertlokalen, riesig. Da findet am 12. Mai im Gewölbekeller ein Jazzkonzert
statt. Geh da sicher auch noch mal hin. Very impressed.
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Dann die alte Reithalle. War da aber schon am Freitag
am Bierfestival. War wohl so eine Halle, wo die Dragonner ihre Übungen im Trockenen
abhalten konnten. Die Kavallerie war ja bis zum ersten Weltkrieg immer die
nobelste Waffe im Krieg. Daher konnte dieser Bau nicht imposant genug sein. Töp
on the töp.
Ich habe für mich einen neuen Sport entdeckt: Boxen! Ich steige am Freitag ins Training ein.
Bis nächsten Monat
Alp Dadens
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