Monatsbuch Juni 2019
Neues aus dem Camping-Dörfli
Entwarnung! Alles halb so schlimm, das mit dem neuen Verwalter. Niemand nimmt mehr Notiz. Offensichtlich
war das alles nur ein; Ich-bin-jetzt–hier-und-bin der-neue-Chef-Gehabe.
Wir hatten hier im Dörfli fast den ganzen Juni das Problem mit dem Wetter. Definitiv! Mein Nachbar Andi, der mit der Chihuahuas, hat mal völlig konsterniert seine Hunde an den Schärmen gebracht und wollte kein Bier trinken kommen und ist am nächsten Morgen ganz früh abgehauen.
Ja das Wetter! In der letzten Juniwoche kam jetzt endlich die Hitze. Wetterwechsel total! Von Null auf Hundert innerhalb eines Tages. Herrlich! So sollte es sein, nicht der Wechsel, aber das Wetter.
Im Allgemeinen hat es hier lustige Besucher und Gäste. Z.B die Thurgauer, die mit dem MOVAG-Campervan mit ca. 30lt Verbrauch nach Solothurn gekommen sind. Weiter kannst du gar nicht fahren mit diesen MOVAG`s, als von Sirnach nach Solothurn, weil sonst der Motor hochgeht. Dann mussten sie die halbe Nacht ihre Zeltplane mit der Hand abstützen, damit das Wasser ablaufen kann. Damit hätten sie nicht gerechnet, mit diesem Scheisswetter hier. Wenn man aber schon länger hier lebt, hat man Erfahrungswerte. Grins.
Aber sonst läuft der Laden ungemein. Gerade über die Feiertage Auffahrt, Pfingsten und Happy Cadaver war viel Betrieb. Die im Campingbüro hatten manchmal brutal viel Stress. Dies sah man dann jeweils bei der Nicole sehr gut, wenn sich bei ihr die Wimper-Extensions unvorteilhaft verschoben hatten.
Ich habe ein Problem mit Peter. Er drängt sich immer zwischen Michelle (die mit der Gluten-Intoleranz) und mich wenn wir mal zusammen reden oder sonst was zusammen machen. Und er kommt hier her, in den hinteren Teil des Campings und kontrolliert. Voll so asi-eifersüchtig. Hab ihm gesagt, dass mich das nervt. Ich will ja nichts von der. Mal schauen, vielleicht bessert`s. Wir grüssen uns aber schon noch, so wie es sich eben gehört.
vom Boxen; zweiter Teil, der psychische
Boxen ist Disziplin. Sagt unser Trainer. Stimmt! In keiner anderen Sportart ist Aggression, bewusst-gesuchte und gewünschte Körperverletzung des Gegners und Gewalt so eng mit Eigenkontrolle und Verantwortung für den Gegner verknüpft. Klar gibt es gibt noch Kung-Fu, Karate, Krav-Maga, das Käfigboxen, Muay-Thai und Lucha-Libre. Na ja, das letztgenannte ist nicht so wirklich voll brätsch.
Boxen ist Disziplin und wohl gemerkt; auch Sport, dies sogar mit dem olympischen Gütesiegel. Eigenkontrolle und den Respekt gegenüber dem Gegner und gleichzeitig auf ihn einprügeln, Hand-in-Hand, geht das? Scheint auf den ersten Blick widersprüchlich. Praktizieren mittlerweile ja auch Frauen. Wobei unsere Mädchen nur so tun als ob. Ich habe sie schon gefragt, warum sie sich nicht richtig verhauen wollen. Sie haben nur gesagt das kommt dann schon noch und haben gegiggelt. Na ja.
Also: Bei einem Kampf werde ich nicht sinnlos verprügelt, als Korrigendum gäbe es dann noch den Schiedsrichter der das unterbrechen würde. Und wenn ich total überlegen bin, schreitet auch wieder der Schiedsrichter ein und unterbricht den Kampf. Ich kann den Gegner gar nicht ins Koma prügeln. Ich weiss aber auch, dass ich das nicht darf. Ich muss mich im Griff haben. Daher passiert ja auch nie wirklich was Schlimmes im Boxen. Eine geplatzte Lippe, ein bisschen Blut aus einer aufgekratzten Augenbraue. Unser Spitzenboxer im Club hatte sich beim Wegducken am Knie des Gegners eine 1cm lange Schnatte geholt. Er kriegte sich nicht mehr ein. War eine Grenzerfahrung für ihn. Eigentlich passierte nichts! Boxen ist so was von ungefährlich, dies weil man eben für die körperliche Integrität des Gegners verantwortlich ist. Wenn ich da an Fussball oder Eishockey denke. Oh, Mann, das ist so was von grenzwertig. Beispiel: Das Foul von Juan Zuninga an Neymar an der Weltmeisterschaft 2014. 2 cm tiefer und Neymar wäre in den Rollstuhl gefoult worden. Wahnsinn! Fussballer eben. Ich bin ja eher auf der Eishockey-Schiene. Aber auch hier sind die Verletzungen manchmal ungeheuer ernst und können das Karriereende bedeuten. Das gibt es im Boxen nicht. Klar gibt es bei den Profikämpfen mal ein Knock-Out, aber die machen ja nur so zwei Kämpfe pro Jahr und oben drauf gibt es Knete und das nicht zu knapp. Das Boxen bedingt eine sehr hohe Selbstdisziplin. Ist eine gute Schule für`s Leben und den Umgang mit dem Gegenüber. Man muss sich im Griff haben und wenn Du eine kriegst, ist es noch nicht der Weltuntergang. Einstecken, weitermachen, konzentriert bleiben, zuschlagen.
Selfie of the month
auf dem WC der Öufi-Braui. mittlerweile meine Stammspunte



Tatoo-Wie?
Ich habe in meinem Leben noch nie so viele tätowierte Menschen gesehen, wie hier in Solothurn.
Was bedeutet das? Ist die gesellschaftliche Konnotation der Tätowierung als Muss hier in Solothurn schon Allgemeingut und dadurch Eigenstyl der lokalen Szene oder bedeutet es mehr? Ist Solothurn Vorausläufer eines neuen Körperseins oder aber regiert die Nivellierung der Ästhetik; ist schön was alle haben?
Ursprünglich waren Tätowierungen Zeichen der Stammeszugehörigkeit und Özi hatte die eingeritzten Zeichen an den Akupunkturstellen um ihn von dem Ischiasschmerz zu befreien. Nur der Maori-Fürst durfte sich im Gesicht tätowieren. Bei den Jäger der Penan auf Borneo, den Ainu Hokkaidos und Berberfrauen war und ist die Tätowierung, Stammeszeichen, Auszeichnung und Wertschätzung als volles Mitglied der Gemeinschaft zugleich.
Dieses auf die Haut gezeichnete Stammeszugehörigkeitsgefühl, manifestiert sich auch hier in Solothurn, ist aber im höchsten Masse, dies im Unterschied zu den Naturvölkern, individualisiert, in Szenedenken verankert und dient gleichzeitig als Abgrenzung. Völlig augenscheinlich: Der Hilly-Billy ist sofort an seinen aufgemalten Hot-Rod`s und Pin–Up`s erkennbar, der Heavy an seinen kryptisch verzerrten Phantasiemonstern und übertriebenen Runendarstellungen. Die Stammeszugehörigkeit ist offensichtlich.
Erstaunlicherweise sind aber auch viele Sujets an profanen kommerziellen Vorlieben ausgerichtet, scheinbar aus dem Katalog. Confitürengläser, Blumen und unverstandene Symbole fremder Religionen.
Manchmal sieht man politische Botschaften, die unter die Epidermis geritzt wurden, dann als Liebesbeweis die Namen der eigenen Kinder, damit man sie nicht vergisst, die Namen. Und so weiter, die Sujets sind endlos.
Die Bedeutungschwangerheit all dieser unterschiedlichen Symbole lassen mich grösstenteils ratlos zurück. Vieles was da alles unter die Haut appliziert wird, erschliesst sich wohl nur dem, der sich das selber aufmalen lässt. Wie oben schon ausgeführt: Im höchsten Masse individualisiert. Gleichwohl, über ganz Solothurn gesehen, manifestiert sich eine gemeinschaftlich akzeptierte Schwarmästhetik.
In einem speziellen Kontext interessant und für mich zugänglicher sind die bevorzugten Sujets der Damen. Tiere! Bei vielen „Naturvölkern“ gibt es eine Seelen-Coexistenz der Frauen mit einem Traum- oder Beschützertier. Dieses Tier trägt die zweite, die Ätherseele der Frau und ist Schutz für jetwelche Unbill. Die gewählten Tierarten praktizieren alle eine Sozialstruktur bei der die Weibchen frei und/oder die Chefinnen des Rudels/Clans sind. Die Yanomami aus dem Amazonas wählen z.B. die Otterweibchen oder die Jaguare. Starke und selbstbewusste Tiere. Ich sehe bei den Frauen hier in Solothurn sehr viele Tiger, sonstige Katzenartige und Wölfe tätowiert. Auch Pferde, die sind dann wohl einer gewissen Infantilität der Trägerin geschuldet, haben aber auch freiheitlichen Charakter. Erstaunlicherweise haben Jahrhunderte Zivilisation und männlich definierte Spiritualität das Grundvertrauen der Frauen in Beschützertiere und diese nicht zu erklärende, gefühlte Doppelseele nicht verschütten können. Auch wenn ich selber kein Zugang dazu habe, ist die, als neuethnologische Entdeckung des 21ten Jahrhunderts zu bezeichnende Häufung dieser spezifischen Sujets in unserer Industriegesellschaft, sehr aufschlussreich.
Evolution augenscheinlich
Es gibt zwei Stadttaubenpopulationen in Solothurn, ja ganz offensichtlich sind es zwei Schläge.
Die einen haben einen brieftaubenmässigen Körperbau, mit grauer Flügeldecke, schwarzen Streifen, schlank, Hochleistungsflieger. Hochbeinig und nervös und mit einheitlichem blau-grünlich schimmernden Halsspiegel. Eine Verbastardisierung fand statt, viele von denen haben einzelne weisse Federn.
Die andere Gruppe gleicht eher den Felsentauben Korsikas. Die sind bulliger, die Chuder haben einen ausgeprägten Strinwulst, sind untersetzt. Die Flügeldeckenfarbe ist meistens ein wunderschönes Stucco Veneziano in blau-rötlich-grünlich. Auch sind sie viel ruhiger, beobachten mehr, sind selbstbewusster und haben keine weissen Federn.
Offensichtlich wählen die Täubinnen der beiden Schläge nur die äusserlich gleichen Chuder als Partner aus. Evolution in Echt. Interessant.
Zeitdokument im Nachgang zum „Frauenstreik“
Hier noch ein herrlich anachronistisches Zeitdokument aus dem Jahr 1985 auf Schweizer Fernsehen.
Zum Thema: Mädchen in der Heavy-Metal-Scene. Zum Brüllen. Mit einem Live-Song von Celtic Frost, die Erfinder des Black-Death-Metal, im Studio gespielt. Waren das geile Zeiten ;-)
Bis zum Juli
Hebedech warm!
Alp Dadens
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